… oder „Das Schlagloch-Wunder von Berg und Tal“

Malente/Eutin. Es ist erst ein paar Tage her, das lautete die Überschrift über den Weg von Kreuzfeld zur Bräutigamseiche „Leidensweg zu einem weltweit bekannten Denkmal – und kein Ende in Sicht“. Über Nacht hat sich die Lage allerdings drastisch geändert, sodass die Redaktion von „kreuzfeld-oh.de“ sich dazu entschlossen hat, Überschriftenfragmente zu entnehmen, die aus bunten Boulevard-Magazinen stammen könnten (siehe oben).

Wie es dazu gekommen ist?

Noch am Montag, 24. Juni, musste Malentes Bürgermeister Heiko Godow auf Nachfragen unserer Redaktion einräumen, dass der Schlagloch-Teer-Befüllungstermin in den Sternen steht, weil die angedachte Zusammenarbeit mit der Stadt Eutin leider nicht geklappt hat. Doch schon am nächsten Tag wurden „auf der etwa einen Kilometer langen Strecke 18 Tonnen Asphalt AC 8 D N eingebaut und so Schlaglöcher verfüllt und Schadstellen ausgeglichen“, wie Malentes Bauamtsleiterin Regina Poersch auf erneute Nachfragen im Malenter Rathaus mitteilte.

Wie konnte dies so schnell geschehen?

Zum Verständnis der Sachlage muss man erst einmal wissen, dass die „Straße zwischen Kreuzfeld und Dodau, bei uns landläufig „Berg und Tal“ genannt wird“, wie es in der Presseantwort aus dem Bauamt heißt. Nun ist nicht klar, ob die Bezeichnung von der hügeligen Landschaftsform abgeleitet wird oder vielleicht am Zustand der Straße liegt, wobei das Hineinfahren in ein Schlagloch mit Tal, und das mühevolle Herausfahren mit Berg bezeichnet wird.

Nun, durch den Einsatz von „AC 8 D N“, womit, wie jedem bekannt sein dürfte, Asphaltmischgut für eine Asphaltbetondeckschicht mit einem Größtkorn von 8 mm für normale Beanspruchungen  gemeint ist, die Berg-und-Tal-Schlagloch-Theorie hinfällig sein dürfte. Derzeit gibt es ja keine Löcher mehr, also auch keine Täler und Berge.

Lobenswert ist auf jeden Fall die extrem schnelle Reaktionszeit des Malenter Bürgermeisters, der am Montag noch nicht wusste, ob und wann er eine teerfähige Einsatzgruppe aufstellen kann, und schon einen Tag später „fünf Kollegen des gemeindlichen Bauhofes zwei Tage lang im Einsatz waren“. Wobei die Arbeiten laut Mitteilung des Bauamtes „nicht immer einfach waren, weil sich manche Autofahrer nicht an die Sperrung hielten“. Auf jeden Fall seien „neben eigenen Gerätschaften wie unseres Steyr, Rüttelplatte und Walze auch ein angemieteter Asphalt Thermo Container“ zum Einsatz gekommen. Die Sperrung der Straße ist übrigens „noch bis Ende der nächsten Woche angeordnet. Dies bleibt leider notwendig, weil die Bankette noch verfüllt werden müssen“.

Alles gut also im deutschen Wunderland der schnellen Teertruppen in der Hoffnung, dass der Ausflug zur Bräutigamseiche mit dem Rad/Auto oder als Fußgänger in der nächsten Zeit nicht wieder zur Mutprobe wird.

Die Redaktion